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<title>Augenlid</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Augenlid</span></h1>
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<p>Ein <b>Augenlid</b> (von <a href="Mittelhochdeutsch" class="mw-redirect" title="Mittelhochdeutsch">mittelhochdeutsch</a> <i>ougelit</i>; <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic">palpebra</span>; <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">altgriechisch</a></span> <span lang="grc-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">βλέφαρον</span> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937631">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
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</style><span class="Latn" lang="grc-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">blepharon</span>) ist eine Falte der <a href="Haut" title="Haut">Haut</a> mit <a href="Muskeln" class="mw-redirect" title="Muskeln">Muskeln</a>, <a href="Dr%C3%BCse" title="Drüse">Drüsen</a> und <a href="Bindegewebe" title="Bindegewebe">Bindegewebe</a>, die das Auge schützt. Geschlossen stellen Oberlid und Unterlid die vordere Begrenzung der Augenhöhle (<a href="Orbita" title="Orbita">Orbita</a>) dar; die Öffnung zwischen beiden wird <b>Lidspalte</b> (<i>Rima palpebrarum</i>) genannt. Diese endet schläfenseitig und nasenseitig sowohl bei geöffnetem wie bei geschlossenem Zustand im äußeren beziehungsweise inneren Lidwinkel oder Augenwinkel. Die Linie zwischen beiden Lidwinkeln wird als Lidachse bezeichnet.
</p><p>Allgemein dienen die Augenlider dem mechanischen Schutz und der Feuchthaltung von <a href="Bindehaut" title="Bindehaut">Bindehaut</a> und <a href="Hornhaut" title="Hornhaut">Hornhaut</a> des <a href="Auge" title="Auge">Auges</a>. Sie können den Augapfel vorne vollständig bedecken und halten dessen empfindliche Vorderabschnitte durch den Lidschlag mithilfe von <a href="Tr%C3%A4nenfl%C3%BCssigkeit" class="mw-redirect" title="Tränenflüssigkeit">Tränenflüssigkeit</a> sauber und feucht. Aufbau und Struktur der Augenlider können sich je nach <a href="Art_(Biologie)" title="Art (Biologie)">Spezies</a> unterscheiden, auch verfügen nicht alle Arten von <a href="Sch%C3%A4deltiere" class="mw-redirect" title="Schädeltiere">Schädeltieren</a> über Augenlider. Bei einigen Arten ist zusätzlich unter den beiden Augenlidern eine bewegliche <a href="Nickhaut" title="Nickhaut">Nickhaut</a> ausgebildet.
</p><p>Einige für die Bewegung der Lider zuständige Muskeln gehören zur Gruppe der <a href="Mimische_Muskulatur" title="Mimische Muskulatur">mimischen Gesichtsmuskulatur</a>, was die wichtige Rolle der Augenlider bei der Bildung des Gesichtsausdrucks und der <a href="Mimik" title="Mimik">Mimik</a> unterstreicht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion">Funktion</h2></div>
<p>Die Augenlider erfüllen zwei Hauptfunktionen. Sie dienen zum einen dem Schutz des Auges vor jedweder Form von Berührung, Fremdkörpern, Verletzungen und Licht sowie vor mechanischen, chemischen und anderweitigen schädlichen und ungewollten Einwirkungen. Das Schließen und Öffnen der Augenlider wird <a href="Lidschlag" title="Lidschlag">Lidschlag</a> genannt, allgemein auch <i>Blinzeln</i>. Die Schließbewegung erfolgt dabei entweder willkürlich oder unwillkürlich über den <a href="Lidschlussreflex" title="Lidschlussreflex">Lidschlussreflex</a>. Er schließt beim Eintritt entsprechender <a href="Reiz" title="Reiz">Reize</a> die Augenlider vollständig (beim Menschen durchschnittlich innerhalb von etwa 300 Millisekunden), wobei seine <a href="Reizschwelle" title="Reizschwelle">Reizschwelle</a> durch bestimmte Krankheiten herabgesetzt sein kann.<sup id="cite_ref-Augustin1_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Augustin1-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Schließen des Lides erfolgt dabei in der Regel schneller als das Öffnen. Zum anderen sorgt ein regelmäßiger Lidschlag dafür, dass die empfindliche <a href="Hornhaut" title="Hornhaut">Hornhaut</a> (Kornea), die einen wesentlichen Anteil an der Lichtbrechung und somit an einem einwandfreien Sehvorgang hat, sowie der vordere Teil der <a href="Sclera" class="mw-redirect" title="Sclera">Lederhaut</a> (Sklera) jederzeit ausreichend mit <a href="Tr%C3%A4ne" title="Träne">Tränenflüssigkeit</a> benetzt und damit vor dem Austrocknen bewahrt werden.<sup id="cite_ref-Augustin1_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Augustin1-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Häufigkeit des Lidschlags beträgt beim Menschen etwa 10–12 Lidschläge pro Minute,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wobei Frauen schneller und öfter blinzeln als Männer.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Verschließen der Augenlider erfolgt synchron und findet in der Regel über das Zusammenwirken von Ober- und Unterlid statt. Ausnahmen hiervon bilden beispielsweise <a href="Kolibris" title="Kolibris">Kolibris</a> und <a href="Papageien" title="Papageien">Papageien</a>, bei denen lediglich das Oberlid für den Lidschluss zuständig ist. Bei <a href="Entenv%C3%B6gel" title="Entenvögel">Enten-</a> und <a href="H%C3%BChnerv%C3%B6gel" title="Hühnervögel">Hühnervögeln</a> hingegen erfolgt das Schließen der Lider durch eine Bewegung des Unterlides nach oben.<sup id="cite_ref-westheide1_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-westheide1-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zu den weiteren Eigenschaften der Lider gehört, dass mit einigen Ausnahmen die Augenlider während des <a href="Schlaf" title="Schlaf">Schlafens</a> geschlossen sind.
</p><p>Über die Schutz- und Versorgungsfunktion hinaus spielen die Augenlider eine nicht unerhebliche Rolle für die Bildung des Gesichtsausdrucks und der Mimik. An ihnen lässt sich ein Eindruck über die momentane Verfassung und die Gesamtpersönlichkeit ableiten, kennzeichnen sie doch beispielsweise einen erschreckten oder ängstlichen Blick sowie den Ausdruck von Freude, Trauer oder Müdigkeit.<sup id="cite_ref-Axenfeld,_Pau_1980_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Axenfeld,_Pau_1980-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zudem können bei manchen Tieren Nickhaut und Lider sekundäre Signalfunktionen übernehmen.<sup id="cite_ref-westheide1_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-westheide1-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anatomie_und_Struktur">Anatomie und Struktur</h2></div>
<p>Die Augenlider gehören zu den <i>Anhangsorganen</i> des Auges. Als paariges Organ bestehen sie aus einem häufig etwas größeren <i>Oberlid</i> <i>(Palpebra superior)</i> und einem <i>Unterlid</i> <i>(Palpebra inferior)</i>. Zwischen beiden befindet sich die Lidspalte <i>(Rima palpebrarum)</i>. Je im Lidwinkel (<i>Angulus oculi</i> oder <i>Canthus</i>) sind beide Augenlider miteinander verbunden (<i>Commissura palpebrarum</i>) und über zwei <a href="Band_(Anatomie)" title="Band (Anatomie)">Bänder</a>, das <i>Ligamentum palpebrae mediale</i> und <i>Ligamentum palpebrae laterale</i>, auch mit dem medialen und lateralen Rand der Augenhöhle. Im inneren Lidwinkel befindet sich ein knötchenförmiges Gebilde, die <a href="Tr%C3%A4nenkarunkel" title="Tränenkarunkel">Tränenkarunkel</a>.
</p><p>Bei den <a href="Schlangen" title="Schlangen">Schlangen</a>, der <a href="Johannisechse" title="Johannisechse">Johannisechse</a> und einigen <a href="Geckos" title="Geckos">Geckos</a> sind die Lider zusammengewachsen und bilden eine der Hornhaut aufliegende durchsichtige Struktur, die als <a href="Scutum_oculare#Brille" title="Scutum oculare">Brille</a> bezeichnet und mit <a href="H%C3%A4utung" title="Häutung">gehäutet</a> wird.<sup id="cite_ref-Achilles_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Achilles-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Knorpelfische" title="Knorpelfische">Knorpelfische</a> verfügen zwar über Augenlider, jedoch sind diese mit wenigen Ausnahmen (z. B. bei <a href="Ammenhai" class="mw-redirect" title="Ammenhai">Ammenhaien</a>) nur eingeschränkt beweglich.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufbau">Aufbau</h3></div>
<p>Das Lid besteht aus zwei Blättern, einem äußeren und einem inneren.<sup id="cite_ref-Axenfeld,_Pau_1980_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-Axenfeld,_Pau_1980-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dem äußeren Blatt liegt die Körperhaut auf, die aus mehrschichtigem <a href="Plattenepithel" class="mw-redirect" title="Plattenepithel">Plattenepithel</a> besteht. Des Weiteren sind der ringförmige <a href="Musculus_orbicularis_oculi" title="Musculus orbicularis oculi">Musculus orbicularis oculi</a> sowie im Oberlid der zu ihm <a href="Antagonist_(Muskel)" title="Antagonist (Muskel)">antagonistische</a> Lidheber, der <a href="Musculus_levator_palpebrae_superioris" title="Musculus levator palpebrae superioris">Musculus levator palpebrae superioris</a>, dessen Bewegungsstrecke beim Menschen etwa 20 Millimeter beträgt,<sup id="cite_ref-kfm_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-kfm-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bestandteile des äußeren Blattes. Auf Grund seiner besonderen Aufhängung am <a href="Ligamentum_palpebrale_mediale" title="Ligamentum palpebrale mediale">inneren</a> und <a href="Ligamentum_palpebrale_laterale" title="Ligamentum palpebrale laterale">äußeren Lidband</a> (<i>Ligamentum palpebrale mediale et laterale</i>) zieht sich der M. orbicularis oculi nicht wie andere Ringmuskel konzentrisch zusammen, sondern bewirkt lediglich einen Lidschluss, ohne dabei jedoch die Lidspalte zu verkürzen.<sup id="cite_ref-kfm_8-1" class="reference"><a href="#cite_note-kfm-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das innere Blatt besteht aus dem bindegewebigen <i>Septum orbitale</i>, welches sich zwischen <a href="Periorbita" title="Periorbita">Periorbita</a> und dem <a href="Lidger%C3%BCst" title="Lidgerüst">Tarsus palpebrae</a> befindet, und dem Tarsus selbst. Dieser wird häufig fälschlicherweise als „Lidknorpel“ bezeichnet, ist jedoch kein Knorpel, sondern eine von straffen Kollagenfasern durchzogene Bindegewebsplatte.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Beim Menschen besitzt dieser eine Breite von rund 25 Millimetern, eine Dicke von etwa 1 Millimeter und eine Höhe zwischen 10 Millimetern im Oberlid und 5 Millimetern im Unterlid.<sup id="cite_ref-kfm_8-2" class="reference"><a href="#cite_note-kfm-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In dieser Struktur setzt im Oberlid die Sehne des M. levator palpebrae superioris fächerartig an (Levatoraponeurose). Im inneren Blatt ist weitere <a href="Glatte_Muskulatur" title="Glatte Muskulatur">glatte Muskulatur</a> zum Öffnen und Regeln der unwillkürlichen Lidspaltenweite eingebettet, der <a href="Musculus_tarsalis" title="Musculus tarsalis">Musculus tarsalis</a>. Er teilt sich im Oberlid als M. tarsalis superior, im Unterlid als M. tarsalis inferior. Auf der Innenseite werden die Augenlider von der <a href="Bindehaut" title="Bindehaut">Bindehaut</a> <i>(Konjunktiva)</i> überzogen.
</p><p>Aus dem Umschlag des Oberlides am <i><a href="Bindehaut#Anatomie" title="Bindehaut">Fornix conjunctivae</a></i> kann eine Oberlidfurche <i>(Sulcus palpebralis superior)</i><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> entstehen, auch <i>Deck-,</i> <i>Lid-</i> oder <i>Umschlagsfalte</i> genannt. Sie bildet sich aus dem Ansatz der <a href="Musculus_levator_palpebrae_superioris" title="Musculus levator palpebrae superioris">Levator</a>-<a href="Aponeurose" title="Aponeurose">Aponeurose</a>, die am <a href="Musculus_orbicularis_oculi" title="Musculus orbicularis oculi">Musculus orbicularis oculi</a> unter der Haut ansetzt, und verläuft parallel zur Lidkante.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ihr Fehlen deutet auf eine vermehrte <a href="Subkutan" title="Subkutan">subkutane</a> Fetteinlagerung hin. Eine Unterlidfurche <i>(Sulcus palpebralis inferior)</i> ist oft nur sehr gering, unauffällig und meist nur bei Blick nach unten ausgeprägt.
</p><p>Bei <a href="S%C3%A4ugetiere" title="Säugetiere">Säugetieren</a> sitzen an den Lidrändern die <a href="Wimper" title="Wimper">Wimpern</a> <i>(Cilia)</i>, bei Vögeln Borsten<a href="Feder" title="Feder">federn</a> <i>(Setae)</i>. Sie unterstützen die Schutzfunktion der Augenlider, indem sie Staubpartikel und größere Fremdkörper vom Auge abhalten. Um die Wimpern gibt es mehrere Drüsen:<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li><a href="Moll-Dr%C3%BCse" title="Moll-Drüse">Moll-Drüsen</a> <i>(Glandulae ciliares)</i>, benannt nach dem deutschen Augenarzt Jakob Antonius Moll</li>
<li><a href="Zeis-Dr%C3%BCse" class="mw-redirect" title="Zeis-Drüse">Zeis-Drüsen</a> <i>(Glandulae sebaceae)</i>, benannt nach dem deutschen Chirurgen <a href="Eduard_Zeis" title="Eduard Zeis">Eduard Zeis</a></li>
<li><a href="Meibom-Dr%C3%BCse" title="Meibom-Drüse">Meibom-Drüsen</a> oder Tarsaldrüsen <i>(Glandulae tarsales)</i>,<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> benannt nach dem deutschen Arzt und Gelehrten <a href="Heinrich_Meibom_(Mediziner)" title="Heinrich Meibom (Mediziner)">Heinrich Meibom</a></li></ul>
<p>Meibom- und Zeis-Drüsen bilden als <a href="Talgdr%C3%BCse" title="Talgdrüse">Talgdrüsen</a> die sogenannte „<a href="Augenbutter" class="mw-redirect" title="Augenbutter">Augenbutter</a>“, ein Sekret, das ein Überlaufen der Tränenflüssigkeit über die Lidkante verhindert. Die am Morgen meist eingetrockneten gelblichen Sekretreste im inneren Lidwinkel werden beim Menschen umgangssprachlich als „Schlaf“ aus den Augen gerieben. Die Moll-Drüsen produzieren <a href="Schwei%C3%9F" title="Schweiß">Schweiß</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nickhaut">Nickhaut</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Nickhaut" title="Nickhaut">Nickhaut</a></i></div>
<p>Eine zusätzliche Bindehautfalte im nasenseitigen Augenwinkel wird als <i>Nickhaut</i> (<i>Plica semilunaris conjunctivae</i>, <i>Membrana nictitans</i>) oder <i>drittes Augenlid</i> <i>(Palpebra tertia)</i> bezeichnet. Beim Menschen ist sie nur <a href="Rudiment" title="Rudiment">rudimentär</a> vorhanden. Bei den übrigen <a href="S%C3%A4ugetiere" title="Säugetiere">Säugetieren</a> ist sie von einem <a href="Knorpel" title="Knorpel">Knorpel</a> gestützt und so groß, dass sie sich bei bestimmten Erkrankungen vor das gesamte Auge legen kann. Bei vielen anderen Wirbeltieren, z. B. <a href="Haie" title="Haie">Haien</a>, <a href="Reptilien" title="Reptilien">Reptilien</a> und vielen <a href="V%C3%B6gel" title="Vögel">Vögeln</a>, ist sie transparent und kann wie eine Schutzbrille vor das Auge geklappt werden. Bei Vögeln sind in die Nickhaut zwei Muskeln eingelagert, der <i><a href="Musculus_quadratus_membranae_nictitantis" title="Musculus quadratus membranae nictitantis">Musculus quadratus membranae nictitantis</a></i> und der <i>Musculus pyramidalis membranae nictitantis</i>. Sie ermöglichen einen aktiven Lidschlag der Nickhaut, der bei Vögeln eine größere Rolle für die Verteilung der Tränenflüssigkeit spielt als der der eigentlichen Lider. Beim Haushuhn vollführt die Nickhaut etwa 35 Lidschläge pro Minute.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Den Reptilien mit verwachsenen Lidern fehlt die Nickhaut.<sup id="cite_ref-Achilles_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Achilles-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div style="clear:left;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Muskulatur">Muskulatur</h3></div>
<p>Folgende Muskeln sind an der Bewegung der Augenlider beteiligt:
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr style="background: #E5E5E5; text-align: left;">
<th><small>Muskel</small>
</th>
<th style="text-align:center"><small>Funktion</small>
</th>
<th style="text-align:center"><small>Innervation</small>
</th>
<th style="text-align:center"><small>Typ</small>
</th></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_levator_palpebrae_superioris" title="Musculus levator palpebrae superioris">Musculus levator palpebrae superioris</a></small>
</td>
<td><small>Oberlidhebung</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_oculomotorius" title="Nervus oculomotorius">Nervus oculomotorius</a></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_orbicularis_oculi" title="Musculus orbicularis oculi">Musculus orbicularis oculi</a></small>
</td>
<td><small>Lidschluss</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_facialis" title="Nervus facialis">Nervus facialis</a></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_retractor_anguli_oculi_lateralis" title="Musculus retractor anguli oculi lateralis">Musculus retractor anguli oculi lateralis</a></small>
</td>
<td><small>Zurückziehen des seitlichen Lidwinkels bei Raubtieren</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_facialis" title="Nervus facialis">Nervus facialis</a></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_levator_anguli_oculi_medialis" title="Musculus levator anguli oculi medialis">Musculus levator anguli oculi medialis</a></small>
</td>
<td><small>Oberlidheber</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_facialis" title="Nervus facialis">Nervus facialis</a></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_malaris" title="Musculus malaris">Musculus malaris</a></small>
</td>
<td><small>Wangenmuskel</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_facialis" title="Nervus facialis">Nervus facialis</a></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_frontalis" title="Musculus frontalis">Musculus frontalis</a></small>
</td>
<td><small>mimische Muskulatur, Heben der Augenbrauen</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_facialis" title="Nervus facialis">Nervus facialis</a></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_tarsalis" title="Musculus tarsalis">Musculus tarsalis</a></small>
</td>
<td><small>Erweiterung der Lidspalte</small>
</td>
<td><small><a href="Sympathikus" title="Sympathikus">Sympathikus</a></small>
</td>
<td><small>glatt</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small>Musculus bursalis</small>
</td>
<td><small>Bewegung der Nickhaut bei Echsen</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_abducens" title="Nervus abducens">Nervus abducens</a></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr>
<tr>
<td style="text-align:left"><small><a href="Musculus_quadratus_membranae_nictitantis" title="Musculus quadratus membranae nictitantis">Musculus quadratus membranae nictitantis</a> und <br> Musculus pyramidalis membranae nictitantis</small>
</td>
<td><small>Bewegung der Nickhaut bei Vögeln</small>
</td>
<td><small><a href="Nervus_abducens" title="Nervus abducens">Nervus abducens</a><sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></small>
</td>
<td><small>quergestreift</small>
</td></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Innervation">Innervation</h3></div>
<p>Die <a href="Somatosensibilit%C3%A4t" title="Somatosensibilität">sensible Innervation</a> erfolgt über Äste des <a href="Nervus_trigeminus" title="Nervus trigeminus">Nervus trigeminus</a>, den <a href="Nervus_infratrochlearis" class="mw-redirect" title="Nervus infratrochlearis">Nervus infratrochlearis</a>, <a href="Nervus_supratrochlearis" class="mw-redirect" title="Nervus supratrochlearis">Nervus supratrochlearis</a> und den <a href="Nervus_infraorbitalis" title="Nervus infraorbitalis">Nervus infraorbitalis</a>. Darüber hinaus versorgt der <a href="Nervus_lacrimalis" class="mw-redirect" title="Nervus lacrimalis">Nervus lacrimalis</a> den schläfenseitigen (temporalen) Lidwinkel sensibel. Der Musculus tarsalis wird <a href="Sympathikus" title="Sympathikus">sympathisch</a> innerviert. Die äußere quergestreifte Muskulatur wird in den meisten Fällen vom <a href="Nervus_facialis" title="Nervus facialis">Nervus facialis</a>, die Nickhautmuskeln von feinen Ästen des <a href="Nervus_abducens" title="Nervus abducens">Nervus abducens</a> und der Musculus levator palpebrae superioris vom <a href="Nervus_oculomotorius" title="Nervus oculomotorius">Nervus oculomotorius</a> innerviert.<sup id="cite_ref-kfm_8-3" class="reference"><a href="#cite_note-kfm-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Blutversorgung">Blutversorgung</h3></div>
<p>Die Augenlider werden durch folgende Äste der <a href="Arteria_ophthalmica" title="Arteria ophthalmica">Arteria ophthalmica</a> mit Blut versorgt:<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li><a href="Arteria_supraorbitalis" title="Arteria supraorbitalis">Arteria supraorbitalis</a></li>
<li><a href="Arteria_lacrimalis" title="Arteria lacrimalis">Arteria lacrimalis</a></li>
<li>Arteria palpebralis medialis superior</li>
<li>Arteria palpebralis medialis inferior</li></ul>
<p>Die bogenförmige Anordnung der arteriellen Gefäße im Ober- und Unterlid wird als <i>Arcus palpebralis superior</i> beziehungsweise <i>Arcus palpebralis inferior</i> bezeichnet. Der <a href="Vene" title="Vene">venöse</a> Abfluss erfolgt über die <i><a href="Vena_angularis" title="Vena angularis">Vena angularis</a></i> in die <i>Vena facialis</i> sowie die <a href="Venae_palpebrales" class="mw-redirect" title="Venae palpebrales">Venae palpebrales</a> in die <a href="Vena_ophthalmica_superior" title="Vena ophthalmica superior">Vena ophthalmica superior</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erkrankungen_und_Funktionsstörungen"><span id="Erkrankungen_und_Funktionsst.C3.B6rungen"></span>Erkrankungen und Funktionsstörungen</h2></div>
<div class="float-left" style="margin-top:0;">
<div class="float-right hintergrundfarbe1 infobox-container" style="border:0.2ex solid #CCCCCC; margin:0.2ex 0.5ex;">
<table class="infobox toptextcells" style="border-collapse:collapse; font-size:90%; padding:0; width:280px; line-height:130%;">
<tbody><tr class="darkmode-hintergrundfarbe-basis">
<th colspan="2" style="background:#99CCFF; color:#202122; text-align:center; font-size:115%; border:2px solid #99CCFF;">Klassifikation nach <a href="ICD-10" title="ICD-10">ICD-10</a>
</th></tr>
<tr>
<td style="min-width:8ex;">H00.0
</td>
<td>Hordeolum
</td></tr>
<tr>
<td>H00.1
</td>
<td>Chalazion
</td></tr>
<tr>
<td>H01.0
</td>
<td>Blepharitis
</td></tr>
<tr>
<td>H01.1
</td>
<td>Nichtinfektiöse Dermatosen des Augenlides
</td></tr>
<tr>
<td>H02.0
</td>
<td>Entropium und Trichiasis des Augenlides
</td></tr>
<tr>
<td>H02.1
</td>
<td>Ektropium des Augenlides
</td></tr>
<tr>
<td>H02.2
</td>
<td>Lagophthalmus
</td></tr>
<tr>
<td>H02.3
</td>
<td>Blepharochalasis
</td></tr>
<tr>
<td>H02.4
</td>
<td>Ptosis des Augenlides
</td></tr>
<tr>
<td>H02.6
</td>
<td>Xanthelasma palpebrarum
</td></tr>
<tr>
<td>H03.0
</td>
<td>Parasitenbefall des Augenlides bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{12-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{13-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{14-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{15-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{16-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{17-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{18-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{19-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{20-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td><span style="display:none;">Vorlage:Infobox ICD/Wartung</span>
</td>
<td>{{{21BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr>
<td colspan="2" style="border-top:0.2ex solid #CCCCCC; padding:.4ex 1ex .4ex 0; text-align:center; vertical-align:top;"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-who/kode-suche/htmlamtl2019/index.htm">ICD-10 online (WHO-Version 2019)</a>
</td></tr></tbody></table><div style="display:none;">Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 11Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 10Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 05</div></div>
</div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lidstellung">Lidstellung</h3></div>
<p>Krankhafte Veränderung der Lidstellung finden sich als <a href="Kolobom" title="Kolobom">Kolobom</a> sowie als aus- beziehungsweise einwärts gewendete Ober- oder Unterlidkante, die <a href="Ektropium" title="Ektropium">Ektropium</a> und <a href="Entropium" title="Entropium">Entropium</a> genannt werden. Letzteres kann zu einer <a href="Trichiasis" title="Trichiasis">Trichiasis</a> führen, einer Fehlstellung der Wimpern mit mechanischer Reizung der Hornhaut.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lidverwachsungen">Lidverwachsungen</h3></div>
<p>Verwachsungen oder Verklebungen der Lidbindehaut mit der <a href="Sclera" class="mw-redirect" title="Sclera">Sclera</a> des Augapfels, bspw. nach Verätzungen, werden als <a href="Symblepharon" title="Symblepharon">Symblepharon</a> bezeichnet. Eine angeborene Verwachsung zwischen Ober- und Unterlid nennt man <a href="Ankyloblepharon" title="Ankyloblepharon">Ankyloblepharon</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lidhauterkrankungen">Lidhauterkrankungen</h3></div>
<p>Krankhafte Veränderungen der Lidhaut können auftreten als <a href="Exanthem" title="Exanthem">Exanthem</a> oder <a href="%C3%96dem" title="Ödem">Ödem</a>. Pigmentstörungen und Fetteinlagerungen existieren oft in Form von <a href="Xanthelasma" title="Xanthelasma">Xanthelasmen</a>. Eine altersbedingte Veränderung der Lidhaut ist bekannt als <i><a href="Blepharochalasis" class="mw-redirect" title="Blepharochalasis">Blepharochalasis</a></i>. Zudem sind die Augenlider anfällig für <a href="Herpes_simplex" title="Herpes simplex">Herpes-simplex</a>- und <a href="Herpes_Zoster" class="mw-redirect" title="Herpes Zoster">Herpes-zoster</a>-Infektionen sowie andere <a href="Dermatitis" title="Dermatitis">dermatologische</a> Entzündungsprozesse.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Liddrüsen"><span id="Liddr.C3.BCsen"></span>Liddrüsen</h3></div>
<p>Akute Entzündungen der Zeiss- oder Moll-Drüsen führen zu einem äußeren <a href="Hordeolum" title="Hordeolum">Hordeolum</a> <i>(Hordeolum externum)</i>. Sind die Meibom-Drüsen betroffen, handelt es sich um ein inneres Hordeolum <i>(Hordeolum internum)</i>. Beides wird unter dem Begriff des <i>Gerstenkorns</i> zusammengefasst. Eine chronische Entzündung der Meibom-Drüsen führt zu einem <a href="Chalazion" title="Chalazion">Chalazion</a>, allgemein <i>Hagelkorn</i> genannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lidranderkrankungen">Lidranderkrankungen</h3></div>
<p>Typische Erkrankung des Lidrandes ist eine Entzündung, die <a href="Blepharitis" title="Blepharitis">Blepharitis</a> genannt wird und unterschiedliche Ursachen haben kann. Häufig tritt eine Blepharitis in Verbindung mit einer <a href="Konjunktivitis" title="Konjunktivitis">Bindehautentzündung</a> auf und wird dann <i>Blepharokonjunktivitis</i> genannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bewegungsstörungen"><span id="Bewegungsst.C3.B6rungen"></span>Bewegungsstörungen</h3></div>
<p>Bewegungsstörungen treten in Form eines teilweisen oder vollständigen Herabhängens des Oberlides (<a href="Ptosis" title="Ptosis">Ptosis</a>) auf, verbunden mit der Unfähigkeit, das Augenlid normal zu öffnen. Die angeborenen oder erworbenen Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein und stellen meist ein innervationelles Problem des durch den <a href="Sympathicus" class="mw-redirect" title="Sympathicus">Sympathicus</a> innervierten M. tarsalis (<a href="Horner-Syndrom" title="Horner-Syndrom">Horner-Syndrom</a>) oder durch den <a href="Nervus_oculomotorius" title="Nervus oculomotorius">Nervus oculomotorius</a> innervierten M. levator palpebrae superioris dar. Im Gegensatz hierzu bezeichnet man die durch eine <a href="Fazialisl%C3%A4hmung" title="Fazialislähmung">Lähmung des Gesichtsnerven</a> hervorgerufene Unfähigkeit, das Augenlid vollständig zu schließen, als <a href="Lagophthalmus" title="Lagophthalmus">Lagophthalmus</a>.<sup id="cite_ref-kfm_8-4" class="reference"><a href="#cite_note-kfm-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieses Defizit bezieht sich auch auf den Lidschlussreflex. Ein krampfartiger Verschluss der Augenlider wird <a href="Blepharospasmus" title="Blepharospasmus">Blepharospasmus</a> genannt.
</p><p>Eine weitere Bewegungsstörung tritt in Form eines unwillkürlichen <i>Lidzuckens</i> (<a href="Benigne_Faszikulation" title="Benigne Faszikulation">Benigne Faszikulation</a>) auf, einer Art <a href="Tremor" title="Tremor">Tremor</a> eines oder beider Augenlider. Meist sind solche Lidzuckungen zwar störend, jedoch relativ harmlos, selbst wenn sie über Stunden oder Tage anhalten. Es verschwindet meist von allein. Die Ursachen können vielfältig sein und reichen von mechanischen Reizungen, Ermüdungserscheinungen, Stress, bis hin zu <a href="Mineralstoff" title="Mineralstoff">Mineralstoff</a>mangel, insbesondere <a href="Magnesiummangel" title="Magnesiummangel">Magnesiummangel</a>, Alkoholkonsum oder visueller Belastung. Sehr selten ist eine <a href="Neurologie" title="Neurologie">neurologische</a> Erkrankung die Ursache.
</p><p>Eine krankhafte Reduzierung der Lidschlagfrequenz ist als <a href="Stellwag-Zeichen" title="Stellwag-Zeichen">Stellwag-Zeichen</a> bekannt und tritt meist in Verbindung mit einer <a href="Endokrine_Orbitopathie" title="Endokrine Orbitopathie">endokrinen Orbitopathie</a> beim <a href="Morbus_Basedow" title="Morbus Basedow">Morbus Basedow</a> auf.<sup id="cite_ref-kfm_8-5" class="reference"><a href="#cite_note-kfm-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Hingegen ist ein vermehrter Lidschlag in Form eines häufigen Blinzelns meist das Resultat mechanischer oder entzündungsbedingter Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel ein Fremdkörpergefühl, ein <a href="Syndrom_des_trockenen_Auges" class="mw-redirect" title="Syndrom des trockenen Auges">trockenes Auge</a>, darüber hinaus ein Zeichen unwillkürlicher Muskelkontraktionen (<a href="Tic" title="Tic">Tic</a>) durch Nervosität.
</p><p>Ein weiteres klinisches Zeichen der endokrinen Orbitopathie, das sich am Lid manifestiert, ist ein zurückgezogenes Oberlid (Retraktion), was den Eindruck eines starren Blicks erweckt (<a href="Kocher-Zeichen" title="Kocher-Zeichen">Kocher-Zeichen</a>).
</p><p>Eine relative Überfunktion des Lidhebers mit auffälliger Oberlidretraktion kann sich bei einer paretischen Einschränkung der <i>Blickhebung</i> und des <a href="Musculus_rectus_superior" class="mw-redirect" title="Musculus rectus superior">Musculus rectus superior</a>, eines vertikalen, geraden <a href="Augenmuskeln" title="Augenmuskeln">Augenmuskels</a> ergeben. Hierbei wird ein verstärkter Impuls zur Blickwendung nach oben zwar nur unvollständig von dem betroffenen Muskel umgesetzt, wirkt sich jedoch in vollem Umfang auf die <a href="Synergist_(Muskel)" title="Synergist (Muskel)">synergistische</a> Bewegung des M. levator palpebrae superioris aus, was zu einem abnormen Hochziehen des Oberlides führt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weitere_Erkrankungen">Weitere Erkrankungen</h3></div>
<p>Es sind eine Reihe von Gewebsveränderungen oder Tumoren bekannt, die das Lid befallen können, darunter Lid<a href="Abszess" title="Abszess">abszesse</a>, <a href="Zyste_(Medizin)" title="Zyste (Medizin)">Zysten</a>, <a href="Tumor" title="Tumor">Tumoren</a> (zum Beispiel <a href="H%C3%A4mangiom" title="Hämangiom">Hämangiome</a>, <a href="Karzinom" title="Karzinom">Karzinome</a>, <a href="Basaliom" class="mw-redirect" title="Basaliom">Basaliome</a> oder <a href="Melanom" class="mw-redirect" title="Melanom">Melanome</a>). Zu teils massiven Abnormitäten der Lider kann es beim <a href="Treacher-Collins-Syndrom" title="Treacher-Collins-Syndrom">Treacher-Collins-Syndrom</a> (auch: <i>Franceschetti-Syndrom</i>) kommen,<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> einer erblichen Erkrankung mit Gesichtsfehlbildungen. Weitere Erkrankungen der Augenlider können durch <a href="Parasit" class="mw-redirect" title="Parasit">Parasitenbefall</a> entstehen. Lidödeme, Verdickungen des Oberlides oder Lidhämatome können zu einer <i>Pseudoptosis</i> führen.
</p><p>Ein besonderes Zeichen beim <a href="Down-Syndrom" title="Down-Syndrom">Down-Syndrom</a> und anderen Erbkrankheiten ist die nasale Lidfalte (<a href="Epikanthus" class="mw-redirect" title="Epikanthus">Epikanthus</a>), die jedoch auch physiologisch, insbesondere im asiatischen Raum, auftritt und deshalb hin und wieder <i>Mongolenfalte</i> oder <i>Doppelte Lidfalte</i> genannt wird.
</p><p><a href="Ablepharie" title="Ablepharie">Ablepharie</a> bezeichnet das Fehlen eines Augenlides, beispielsweise beim <a href="Ablepharon-Makrostomie-Syndrom" title="Ablepharon-Makrostomie-Syndrom">Ablepharon-Makrostomie-Syndrom</a>.
</p><p>Ein mit zunehmendem Alter auftretendes Erschlaffen des Bindegewebes wird als <i>Schlupflid</i> bezeichnet und in manchen Fällen als kosmetisch unvorteilhaft und deshalb korrekturbedürftig angesehen. In Österreich wird die operative Korrektur eines Schlupflides von der Sozialversicherung bezahlt, wenn dieses eine Gesichtsfeldeinschränkung hervorruft, die bei der Berufsausübung zu relevanten Behinderungen führt – beispielsweise bei einem Kameramann.
</p><p>Die Nickhaut kann ebenfalls von besonderen Erkrankungen betroffen sein (<i>siehe:</i> <a href="Nickhaut#Klinische_Bedeutung" title="Nickhaut">Erkrankungen der Nickhaut</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Untersuchung">Untersuchung</h2></div>
<p>Die Inspektion der Lider erfolgt im Allgemeinen mit bloßem Auge, unter Zuhilfenahme einer <a href="Lupenbrille" title="Lupenbrille">Lupenbrille</a> oder mittels einer <a href="Spaltlampe" title="Spaltlampe">Spaltlampe</a>. Für die Untersuchung der Bulbusbindehaut und Lidränder genügt oft schon das Auseinanderziehen des Ober- und Unterlides. Zur Beurteilung der Lidbindehaut auf der <i>Unterseite</i> kann darüber hinaus das Oberlid bis zum Tarsus oder weiter bis zur oberen Umschlagsfalte zurückgeklappt werden. Dies geschieht entweder unter Zuhilfenahme eines einfachen Watte- oder Glasstäbchens oder mit einem <i>Desmarres-Lidhalter</i> (nach dem französischen Augenarzt <a href="Louis-Auguste_Desmarres" title="Louis-Auguste Desmarres">Louis-Auguste Desmarres</a>). Das Verfahren wird <i>einfaches</i> und <i>doppeltes</i> <a href="Ektropionieren" title="Ektropionieren">Ektropionieren</a> genannt.<sup id="cite_ref-hollwich_19-0" class="reference"><a href="#cite_note-hollwich-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um bei Untersuchungen oder <a href="Augenoperation" title="Augenoperation">chirurgischen Eingriffen</a> die Lider geöffnet zu halten und einen ungewollten Lidschluss zu verhindern, wird ein <i><a href="Lidsperrer" title="Lidsperrer">Lidsperrer</a></i> verwendet, der das Ober- und Unterlid geöffnet hält, ohne den Zugang und die Draufsicht auf das Untersuchungs- oder Behandlungsgebiet einzuschränken.<sup id="cite_ref-hollwich_19-1" class="reference"><a href="#cite_note-hollwich-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unterstützend wird dabei in manchen Fällen und oft in Kombination mit einer <a href="Regionalan%C3%A4sthesie" title="Regionalanästhesie">Retrobulbäranästhesie</a> eine artifizielle Lähmung des M. orbicularis oculi, ein <i>Fazialisblock</i>, herbeigeführt.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bedeutung_der_Lidachse">Bedeutung der Lidachse</h3></div>
<p>Ein besonderer Verlauf der Lidachse kann bei der <a href="Diagnostik" class="mw-redirect" title="Diagnostik">Diagnostik</a> von <a href="Behinderung_(Sozialrecht)" class="mw-redirect" title="Behinderung (Sozialrecht)">Behinderungen</a> hilfreich sein.
</p><p>Einen lateral ansteigenden Lidachsenverlauf (Schrägstellung der Lidachse nach außen oben) findet sich häufig bei Menschen mit <a href="Down-Syndrom" title="Down-Syndrom">Down-Syndrom</a> (Trisomie 21), <a href="Trisomie_3" title="Trisomie 3">Trisomie 3</a> und <a href="Zellweger-Syndrom" title="Zellweger-Syndrom">Zellweger-Syndrom</a>.
</p><p>Einen seitlich (lateral) abfallenden Lidachsenverlauf (Schrägstellung der Lidachse nach außen unten), wie er durch die <a href="Hypoplasie" title="Hypoplasie">Hypoplasie</a> (Unterentwicklung) oder das Fehlen von Wangenknochen begünstigt wird, ist häufig bei Menschen mit <a href="Rubinstein-Taybi-Syndrom" title="Rubinstein-Taybi-Syndrom">Rubinstein-Taybi-Syndrom</a>, <a href="Pierre-Robin-Sequenz" title="Pierre-Robin-Sequenz">Pierre-Robin-Syndrom</a>, <a href="Noonan-Syndrom" title="Noonan-Syndrom">Noonan-Syndrom</a>, <a href="Marfan-Syndrom" title="Marfan-Syndrom">Marfan-Syndrom</a>, <a href="DiGeorge-Syndrom" class="mw-redirect" title="DiGeorge-Syndrom">DiGeorge-Syndrom</a>, <a href="Fetales_Alkoholsyndrom" class="mw-redirect" title="Fetales Alkoholsyndrom">fetalem Alkoholsyndrom</a>, <a href="Hallermann-Streiff-Syndrom" title="Hallermann-Streiff-Syndrom">Hallermann-Streiff-Syndrom</a>, <a href="Oto-palato-digitales_Syndrom" title="Oto-palato-digitales Syndrom">otopalatodigitalem Syndrom</a>, <a href="Katzenschrei-Syndrom" title="Katzenschrei-Syndrom">Katzenschrei-Syndrom</a>, <a href="Cohen-Syndrom" title="Cohen-Syndrom">Cohen-Syndrom</a> und <a href="Katzenaugen-Syndrom" title="Katzenaugen-Syndrom">Katzenaugen-Syndrom</a> anzutreffen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lidspaltendiagnostik">Lidspaltendiagnostik</h3></div>
<p>Die Beurteilung der Lidspalte <i>(Rima palpebrarum)</i><sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist insbesondere beim Krankheitsbild der <a href="Endokrine_Orbitopathie" title="Endokrine Orbitopathie">endokrinen Orbitopathie</a> zur Beurteilung von Status und Verlauf sinnvoll. Hierbei handelt es sich um folgende Symptomatik:
</p>
<ul><li>durch einen <a href="Exophthalmus" title="Exophthalmus">Exophthalmus</a> bedingte, übermäßig geweitete Lidspalte (<a href="Dalrymple-Zeichen" title="Dalrymple-Zeichen">Dalrymple-Zeichen</a>)</li>
<li>Zurückbleiben des Oberlides bei Blicksenkung (<a href="Graefe-Zeichen" title="Graefe-Zeichen">Von-Graefe-Zeichen</a>)</li></ul>
<p>Alle diese Befunde können zur genaueren Beurteilung quantifiziert werden: Dalrymple- und Von-Graefe-Zeichen in Millimetern, Stellwag-Zeichen in Lidschlägen pro Minute.<sup id="cite_ref-ap_22-0" class="reference"><a href="#cite_note-ap-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein klinisches Zeichen einer <a href="Myasthenia_gravis" title="Myasthenia gravis">Myasthenia gravis</a> stellt die Ermüdung des Lidhebers dar. Zum Nachweis wird der <a href="Tensilontest" title="Tensilontest">Simpson-Test</a> durchgeführt, bei dem vom Patienten ein längerer Aufblick gefordert wird, der bei positivem Befund in einem zunehmenden Herabsinken des Oberlides resultiert. Nach Gabe von <a href="Tensilontest" title="Tensilontest">Tensilon</a> verschwindet diese Symptomatik vorübergehend wieder.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Operationen_am_Augenlid">Operationen am Augenlid</h2></div>
<p>Die Augenheilkunde hält eine Reihe von konservativen und operativen Verfahren zur medizinisch indizierten lokalen Behandlung von Liderkrankungen, Entfernung von Chalazion und Tumoren, Stellungsanomalien und Bewegungsstörungen bereit.<sup id="cite_ref-essen_23-0" class="reference"><a href="#cite_note-essen-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Operationsverfahren sind beispielsweise Eingriffe am <a href="Musculus_levator_palpebrae_superioris" title="Musculus levator palpebrae superioris">Musculus levator palpebrae superioris</a> bei einer Ptosis, unterschiedliche Techniken der <i>Verschiebeplastik</i>, freie Haut<a href="Transplantation" title="Transplantation">transplantationen</a> sowie Ober- und Unterlidverlängerung und seitliche Lidspaltenverkleinerungen. Eine weitere Technik zur Lidspaltenverengung mittels einer speziellen Naht ist als <i>Tarsoraphie</i> bekannt. Operationen im Bereich der Lidkanten gelten dabei wegen der funktionellen und anatomischen Verhältnisse als besonders anspruchsvoll.
</p><p>Zunehmend findet die <a href="Plastische_Chirurgie" title="Plastische Chirurgie">plastische Chirurgie</a> Möglichkeiten zur Veränderung des kosmetischen und ästhetischen Erscheinungsbildes, beispielsweise die <a href="Blepharoplastik" title="Blepharoplastik">Blepharoplastik</a> zur Straffung der Lider. Hierbei spielt der <i>Sulcus palpebralis superior</i> eine besondere Rolle, da er unter anderem den Zugangspunkt für alle inneren Strukturen des Oberlides bildet.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Anwendung des Nervengiftes <a href="Botulinumtoxin" title="Botulinumtoxin">Botulinumtoxin</a> ist ebenfalls verbreitet, beispielsweise zur Beseitigung von störenden Falten<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder zur Behandlung eines Blepharospasmus. Darüber hinaus kommen <a href="Laserchirurgie" title="Laserchirurgie">LASER-Verfahren</a> zum Einsatz, zum Beispiel bei der Entfernung von Xanthelasmen.
</p><p>Insbesondere im Bereich der <a href="Sch%C3%B6nheitschirurgie" class="mw-redirect" title="Schönheitschirurgie">Schönheitschirurgie</a> besteht daher ein hoher Aufklärungsbedarf hinsichtlich der Erwartungshaltung der Patienten in Relation zu Risiken und Erfolgsaussichten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>
<p>Das Wort <i>Lid</i>, kurz für ‚Augendeckel‘ bzw. ‚Augenlid‘ (von <a href="Mittelhochdeutsch" class="mw-redirect" title="Mittelhochdeutsch">mittelhochdeutsch</a> <i>ougelit</i>), früher auch „Augenlied“ geschrieben, geht auf mittelhochdeutsch/<a href="Althochdeutsch" class="mw-redirect" title="Althochdeutsch">althochdeutsch</a> <i>lit</i> (von althochdeutsch <i>hlit</i>) mit der Bedeutung ‚Deckel (auf einem Gefäß)‘ zurück. Lid als ‚Verschluss‘ gehört zu angelsächsisch <i>hlīdan</i> ‚schließen, bedecken‘ (vgl. angelsächsisch und altfriesisch <i>hlid</i> ‚Decke, Deckel, Dach, Tür, Öffnung‘).<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Medizingeschichte">Medizingeschichte</h2></div>
<p>Die operative Behandlung von Verwachsungen oder Verklebungen der Augenlider wurde bereits von <a href="Rhazes" title="Rhazes">Rhazes</a> im 10. Jahrhundert beschrieben. Eine Augenlidbildung führte erstmals 1834 <a href="Johann_Friedrich_Dieffenbach" title="Johann Friedrich Dieffenbach">Johann Friedrich Dieffenbach</a> durch. Weitere <a href="Plastische_Chirurgie" title="Plastische Chirurgie">plastische Operationen</a> Dieffenbachs am Auge galten der Behandlung des <a href="Ankyloblepharon" title="Ankyloblepharon">Ankyloblepharons</a> und des <a href="Ektropium" title="Ektropium">Ektropiums</a>.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kulturgeschichte">Kulturgeschichte</h2></div>
<p>In vielen Kulturkreisen gehört es zu den letzten Diensten am Menschen, die Augenlider bei Verstorbenen zu schließen. Abhängig von Traditionen und Moden wird zu kosmetischen Zwecken insbesondere das Oberlid durch <a href="Lidstrich" title="Lidstrich">Lidstrich</a> und/oder <a href="Lidschatten" title="Lidschatten">Lidschatten</a> hervorgehoben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Fettlid" title="Fettlid">Fettlid</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Theodor_Axenfeld" title="Theodor Axenfeld">Theodor Axenfeld</a> (Begründer), Hans Pau (Hrsg.): <i>Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde.</i> Unter Mitarbeit von <a href="Rudolf_Sachsenweger" title="Rudolf Sachsenweger">Rudolf Sachsenweger</a> u. a. 12., völlig neu bearbeitete Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart u. a. 1980, ISBN 3-437-00255-4.</li>
<li>Albert J. Augustin: <i>Augenheilkunde.</i> 3., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-540-30454-8.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Augenlid" class="extiw external" title="wikt:Augenlid">Wiktionary: Augenlid</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Eyelids?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Augenlider</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://augeninfo.de/leit/leit08.pdf"><i>Verletzungen des Auges und seiner Anhangsgebilde</i></a> (PDF; 81 kB) Leitlinie Nr. 8 des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://augeninfo.de/leit/leit09.pdf"><i>Fehlstellungen der Lider / Tränenleiden (a), Tumoren der Lider (b)</i></a> (PDF; 77 kB) Leitlinie Nr. 9 des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://augeninfo.de/leit/leit10.pdf"><i>Hordeolum / Chalazion</i></a> (PDF; 72 kB) Leitlinie Nr. 10 des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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<li id="cite_note-Axenfeld,_Pau_1980-5"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Axenfeld,_Pau_1980_5-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Axenfeld,_Pau_1980_5-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Axenfeld, Pau: <i>Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde.</i> 1980, S. 145.</span>
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<li id="cite_note-Achilles-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Achilles_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Achilles_6-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Winnie Achilles, <a href="Franz-Viktor_Salomon" title="Franz-Viktor Salomon">Franz-Viktor Salomon</a>: <i>Anatomie der Reptilien</i>. In: Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer, Uwe Gille (Hrsg.): <i>Anatomie für die Tiermedizin.</i> 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke, Stuttgart u. a. 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 836.</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Wilfried Westheide, Reinhard Rieger (Hrsg.): <i>Spezielle Zoologie.</i> Teil 2: <i>Wirbel- oder Schädeltiere.</i> Spektrum, Akademischer Verlag, Heidelberg u. a. 2004, ISBN 3-8274-0307-3, S. 210.</span>
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<li id="cite_note-kfm-8"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-kfm_8-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-kfm_8-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-kfm_8-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-kfm_8-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-kfm_8-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-kfm_8-5">f</a></sup></span> <span class="reference-text">Herbert Kaufmann: <i>Strabismus</i>. 3. grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage, unter Mitarbeit von W. de Decker u. a., Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York 2003, ISBN 3-13-129723-9</span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Karl Zilles, <a href="Bernhard_Tillmann" title="Bernhard Tillmann">Bernhard Tillmann</a>: <i>Anatomie.</i> Springer-Medizin, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-540-69481-6, S. 676.</span>
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<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Raveewan Choontanom: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://miami.uni-muenster.de/Record/cb98aef7-9864-4d27-bdd9-394cc768021a"><i>Das Fasanella-Servat Verfahren zur operativen Behandlung der Ptosis.</i></a> (PDF; 2,7 MB) Münster 2006 (Münster, Universität, Dissertation, 2006).</span>
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<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">HNO, Augenheilkunde, Dermatologie und Urologie für Pflegeberufe; Elmar Oestreicher; Seite 101 <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=orn5crRDEqMC&pg=PA101#v=onepage">Abb. 6.5</a> in der Google-Buchsuche</span>
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<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Albert J. Augustin: <i>Augenheilkunde.</i> 3., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-540-30454-8, S. 169.</span>
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<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Franz-Viktor Salomon, Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns: <i>Anatomie der Vögel.</i> In: Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer, Uwe Gille (Hrsg.): <i>Anatomie für die Tiermedizin.</i> 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke, Stuttgart u. a. 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 806.</span>
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<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Franz-Viktor Salomon: <i>Lehrbuch der Geflügelanatomie.</i> Fischer, Jena u. a. 1993, ISBN 3-334-60403-9, S. 358.</span>
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<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Frank_H._Netter" class="mw-redirect" title="Frank H. Netter">Frank H. Netter</a>: <i>Atlas der Anatomie.</i> 4. Auflage. Urban & Fischer in Elsevier, München 2008, ISBN 978-3-437-41602-6.</span>
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<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Albert J. Augustin: <i>Augenheilkunde.</i> 3., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-540-30454-8, S. 186.</span>
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<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Axenfeld, Pau: <i>Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde.</i> 1980, S. 588.</span>
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<li id="cite_note-hollwich-19"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-hollwich_19-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-hollwich_19-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Fritz_Hollwich" title="Fritz Hollwich">Fritz Hollwich</a>, Baerbel Verbeck: <i>Augenheilkunde für Krankenpflegeberufe.</i> 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 1980, ISBN 3-13-500402-3.</span>
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<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Volker Hessemer: <i>Peribulbäranästhesie versus Retrobulbäranästhesie mit Fazialisblock – Techniken, Lokalanästhetika und Zusätze, Akinesie und sensible Blockade, Komplikationen.</i> In: <i>Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde</i>, Band 204, Nr. 2, 1994, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220023-2165%22&key=cql">0023-2165</a></span></span>, S. 75–89, <a href="https://doi.org/10.1055/s-2008-1035503" class="extiw external" title="doi:10.1055/s-2008-1035503">doi:10.1055/s-2008-1035503</a>.</span>
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<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Carlos Thomas: <i>Spezielle Pathologie.</i> Schattauer, Stuttgart u. a. 1996, ISBN 3-7945-1713-X, S. 47, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=XTlWQV4BFhUC&pg=PA47&dq=Lidspalte&lr=&as_drrb_is=q&as_minm_is=0&as_miny_is=&as_maxm_is=0&as_maxy_is=&num=100&as_brr=3&cd=16#v=onepage&q=Lidspalte&f=false">hier online</a>.</span>
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<li id="cite_note-essen-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-essen_23-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.uni-due.de/augenklinik/seh_orbi.shtml">Informationen zur endokrinen Orbitopathie.</a> Zentrum für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Essen</span>
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<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Carl Hans Sasse: <i>Geschichte der Augenheilkunde in kurzer Zusammenfassung mit mehreren Abbildung und einer Geschichtstabelle</i> (= <i>Bücherei des Augenarztes.</i> Heft 18). Ferdinand Enke, Stuttgart 1947, S. 28 f. und 43.</span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable" style="border-top-style: solid; border-top-width: 1px; clear: both; font-size:95%; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="Vorlage_Gesundheitshinweis"><div class="noviewer noresize nomobile" style="display: table-cell; padding-bottom: 0.2em; padding-left: 0.25em; padding-right: 1em; padding-top: 0.2em; vertical-align: middle;" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"></span></div>
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Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!</div>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4167606-3">4167606-3</a></span> </div>
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